„Wir kaufen keins, wir leasen keins und wir bauen keins!“, so die mahnenden Worte meiner lieben Ehefrau.

Gemeint hat sie damit ein Flugzeug, als ich ihr Anfang 2014 die frohe Kunde überbrachte, die „Sport Pilot Licence“, dt. den „Luftfahrerschein für Luftsportgeräteführer“, erwerben zu wollen. Sie kennt mich halt doch schon lange und vermutlich zu gut.

So fing alles an und mündete recht schnell in der Übernahme von Rund- und Erlebnisflügen für die damalige Flugschule. Immer unterstützt durch Rat und Tat von meinen ehemaligen Fluglehrern Marco und Ralf, ging es weiter mit der Fluglehrerassistentenzeit und schließlich zur Fluglehrerprüfung. Ganz „nebenbei“ übernahm ich noch die Wartung der beiden Breezer. Damit zahlte sich auch mein Lehrberuf „KFZ-Mechaniker“ doch noch aus.

Und heute?

Heute gibt es die Flugschule in der wir (Ralf, Marco und ich) gelehrt haben nicht mehr.

Der Versuch, sie zu übernehmen scheiterte 2019 an vollkommen unterschiedlichen Wertvorstellungen, offenbarte so manchen Charakterzug und mündete letzlich in der Veräußerung der beiden Flugzeuge und vollständigen Aufgabe der Unternehmung durch den Inhaber.

Resümee: Drei Fluglehrer zu Fußgängern degradiert, zig Schüler ohne Flugschule und noch mehr Charterer ohne Chartermöglichkeit – „Danke, ganz toll!“ (sarkastisch)

Was nun?

Klar, wir wollen fliegen und ausbilden, doch womit und wo und wie? Erstmal war die „Luft raus“, bis sich meine Frau wieder zu Wort meldete: „Was spricht denn gegen eine eigene Flugschule mit eigener Maschine? Wenn dabei eine schwarze Null rauskommt, warum nicht?“ Stille im Raum – Lärm im Kopf!

Es folgte wochenlange Planung mit unzähligen Stunden hinter Excel-Sheets und Word-Dokumenten, Telefonaten und Besprechungen mit meiner Frau, Marco, Ralf und meinem besten Freund und Steuerberater Georg, der irgendwie auch keine Schaufel fand, um die Idee wieder zu begraben.

Also wurde als nächstes Breezer Aircraft mit ins Boot, pardon, den Flieger geholt um mögliche Liefertermine für unseren Wunsch-Breezer abzuklären. Acht bis neuen Monate waren ein Schlag ins Gesicht, aber als Überbrückung hatte Weinert, der Serviceleiter von Breezer Aircraft, die Lösung in Form einer Leihmaschine für uns. Ein kurzes Gespräch mit dem Flugleiter Hannes vom Flugplatz Ampfing (EDNA) zwecks Ausbildungsgenehmigung erwies sich als reine Formsache und auch ein Hangarplatz war dank dem Engagement von Herbert, dem Hallenbesitzer, auch gleich reserviert. Blieb noch die Wahl des Ultraleichtflugverbandes, welche schnell zugunsten des DULV e.V. entschieden wurde, zumal wir Drei Fluglehrer dort bereits bekannt waren.

Sollte es tatsächlich wahr werden? Die eigene Flugschule mit Charterclub?

Ja, beim heutigen Notartermin wurde die FLUGSTUNDE GmbH aus der Taufe gehoben und zur Eintragung im Handelsregister angemeldet.

Es geht wirklich los …